Foto © Franziska Kneidl

Foto © Franziska Kneidl

Kai Middendorff bespielt gleich in dreifacher Weise das Programm bei The Frankfurt Art Experience. Zum einen teilt er seine Ansichten beim Talk 1 zu den “Aktuellen Entwicklungen auf dem internationalen Kunstmarkt”. Zum anderen gibt er einen exklusiven Einblick in sein Galerieleben beim Bahnhofviertel Walk. Und schließlich nimmt er an den paper positions teil.

Als Galerist, Kunsthistoriker, Autor und Herausgeber zeigt er in seinen Ausstellungen ein ausgesuchtes, internationales Programm mit Positionen, die die Grenzen der Konventionen erweitern. In München schloss Kai Middendorff sein Studium der Kunstgeschichte mit einer Magisterarbeit über Alighiero e Boetti ab. Anschließend forschte er im Rahmen seiner Promotion zum Bild-Phänomen der Fotogramme am Beispiel der Arbeiten von Moholy-Nagy. Ab 1995 nahm er den Schritt ins Galeriegeschäft und war lange Jahre Partner einer renommierten Münchener Galerie, bevor er 2008 seine eigene Galerie in Frankfurt eröffnete. Prägend war für ihn auch die enge Zusammenarbeit mit Harald Szeemann beim Aufbau der Kunstsammlung der BVB / Allianz in München von 1997 bis 2005.

Sein Künstler-Portfolio kann sich sehen lassen. So richtete er Neil Beloufa, der noch Student in Paris war, seine erste Einzelausstellung in einer europäischen Galerie ein. Oder zeigte beim vorigen Saisonstart den 92-jährigen Schrift-und-Bild-Künstler Franz Mon in einer viel beachteten Ausstellung von retrospektiver Qualität. Gerade hatte er bis Mitte Juni Bruno Gironcoli mit einer Raum-Inszenierung parallel zu seiner großen Schirn-Ausstellung im Programm.

Auch förderte er früh Franziska Kneidl, die mit ihren aus der Malerei heraus entwickelten Kleid-Figur-Objekten bekannt geworden ist (zu sehen bei den paper positions) oder den ehemaligen Bayrle-Schüler Ekrem Yalcindag mit seiner bis heute einzigartigen, pastosen Farbfeld-Malerei.

Kai Middendorffs großzügige Galerie bespielt eine renovierte Fabrikhalle aus den 10er Jahren des 20. Jahrhunderts, unmittelbar am Hauptbahnhof gelegen. Von Gleis 1 zum Gleis 24 benötigt man länger als vom Gleis 24 in die Galerie.

Ohne Titel, 2006 Öl, Ruß, Holz, Metall, Papier auf Leinwand 140 x 180 cm  Die Kai Middendorff Galerie zeigt vom 1. September bis zum 18. Oktober 2019 die erste Einzelausstellung in Deutschland zu Christine Gironcoli (geb. 1941). Bis heute steht ihr eigenständiges Werk im Schatten ihres Mannes, Bruno Gironcoli.  Christine Gironcoli realisiert ihre faszinierende Malerei nicht auf konventionellen Leinwänden, sondern auf z. T. mehr als hundert Jahre alten  Stützleinwänden . Solche Leinwände wurden verso auf Gemälde geklebt, um z.B. ein Einreißen zu verhindern.  Auf Spuren und Verfärbungen, die sich im Laufe der Zeit ‘von selbst’ auf ihnen abgezeich- net haben, reagiert die Künstlerin mit größter Sensibilität. Mal unmerklich fein, mal mit entschiedenen, pastosen Setzungen oder auch mit dem Applizieren gefundener Objekte. Die Künstlerin widmet sich dem verborgenen Kosmos, den die Rückseiten von Gemälden darstellen, und bringt zum ersten Mal diese nicht sichtbaren, zweiten Leinwände ans Licht und entwickelt auf ihnen ihre wunderbare Malerei.  Christine Gironcoli studierte in den späten 1950er Jahren in Wien Malerei u.a. mit Günter Brus, C.L. Attersee und Bruno Gironcoli, den sie später heiratete. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien. Sie ist zur Eröffnung anwesend.

Ohne Titel, 2006
Öl, Ruß, Holz, Metall, Papier auf Leinwand 140 x 180 cm

Die Kai Middendorff Galerie zeigt vom 1. September bis zum 18. Oktober 2019 die erste Einzelausstellung in Deutschland zu Christine Gironcoli (geb. 1941). Bis heute steht ihr eigenständiges Werk im Schatten ihres Mannes, Bruno Gironcoli.

Christine Gironcoli realisiert ihre faszinierende Malerei nicht auf konventionellen Leinwänden, sondern auf z. T. mehr als hundert Jahre alten Stützleinwänden. Solche Leinwände wurden verso auf Gemälde geklebt, um z.B. ein Einreißen zu verhindern.

Auf Spuren und Verfärbungen, die sich im Laufe der Zeit ‘von selbst’ auf ihnen abgezeich- net haben, reagiert die Künstlerin mit größter Sensibilität. Mal unmerklich fein, mal mit entschiedenen, pastosen Setzungen oder auch mit dem Applizieren gefundener Objekte. Die Künstlerin widmet sich dem verborgenen Kosmos, den die Rückseiten von Gemälden darstellen, und bringt zum ersten Mal diese nicht sichtbaren, zweiten Leinwände ans Licht und entwickelt auf ihnen ihre wunderbare Malerei.

Christine Gironcoli studierte in den späten 1950er Jahren in Wien Malerei u.a. mit Günter Brus, C.L. Attersee und Bruno Gironcoli, den sie später heiratete.
Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien. Sie ist zur Eröffnung anwesend.