galerie nagel draxler
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Weydingerstraße 2/4
10178 Berlin
Nadya Tolokonnikova
Nadya Tolokonnikova wurde 1989 in Norilsk, Sibirien, geboren. Als Künstlerin, Aktivistin und Gründerin des feministischen Kollektivs Pussy Riot fordert sie seit über einem Jahrzehnt den Autoritarismus durch radikale künstlerische Ausdrucksformen heraus. Aufgrund ihrer konzeptionellen Performances politisch verfolgt, erlangte sie 2012 mit dem „Punk-Gebet“ in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale internationale Bekanntheit. Dieser Protest führte zu ihrer Inhaftierung in einem russischen Straflager.
Seitdem nutzt sie die Kunst konsequent als Waffe gegen Unterdrückung – in Form von performativen Arbeiten, Installationen, Objekten und Musik. Tolokonnikova hat eine visuelle Sprache entwickelt, die gegen konservative Realitäten rebelliert: anarchisch, radikal und zugleich tief bewegend.
Ausstellungen und künstlerische Entwicklung
2024: Das OK Linz widmete ihr die weltweit erste museale Einzelausstellung.
2025: Mit „WANTED“ präsentierte sie ihre erste Einzelschau in der Galerie Nagel Draxler in Berlin.
In ihren Gemälden erschafft Tolokonnikova eigene Ikonen. Sie verschmilzt altslawische Kalligrafie, zeitgenössische Slogans und Kreuze mit dem stilisierten Gesicht einer Frau unter der charakteristischen Pussy-Riot-Maske. So konstruiert sie eine neue visuelle Sprache des Widerstands, in der religiöse Ikonografie mit revolutionärer Dringlichkeit verschmilzt und Protest sowohl sakral als auch persönlich wird. Auch die „Riot Shields“ (Schutzschilde), klassische Instrumente staatlicher Kontrolle, werden von ihr als Artefakte des Widerstands umgedeutet, um das Machtgefüge zwischen Autorität und Protest zu hinterfragen. Tolokonnikova transformiert so Symbole des Widerstands in Kunstobjekte.
Politische Dimension und „Putin’s Ashes“
Im August 2022 inszenierte Nadya Tolokonnikova die Performance „Putin’s Ashes“. Gemeinsam mit zwölf weiteren Frauen aus der Russland, der Ukraine und Belarus verbrannte sie in einer Wüstenlandschaft ein massives, drei mal drei Meter großes Porträt von Wladimir Putin. In schwarzen Seidennegligés, zerrissenen Netzstrümpfen und roten Sturmhauben vollzogen die Teilnehmerinnen ritualisierte Beschwörungen, während sie das Bild in Brand setzten. Die Asche wurde in kleinen Glasfläschchen gesammelt und später als Reliquien ausgestellt.
Die Performance und die dazugehörige Installation erregten weltweites Aufsehen. In der Folge wurde Tolokonnikova im September 2023 von der russischen Regierung zur meistgesuchten Kriminellen erklärt; seit Februar 2025 steht ihr Name auf der internationalen Fahndungsliste Russlands.
Sammlungen
Die Werke von Nadya Tolokonnikova sind in bedeutenden Institutionen vertreten, darunter:
Museum of Contemporary Art, Los Angeles
Brooklyn Museum, New York
Dallas Museum of Art
Museum of Arts and Design, New York
American Folk Art Museum
Zahlreiche internationale Privatsammlungen