Zurück zu allen Events

Björn Drenkwitz


  • Galerie Heike Strelow 31 Lange Straße Frankfurt am Main, HE, 60311 Deutschland (Karte)

Björn Drenkwitz

17.04.2026 – 23.05.2026
Red Rain
Galerie Heike Strelow

Unter dem Titel Red Rain präsentieren wir seine aktuellsten Werkserien, die sich mit der Frage beschäftigen, wie sich globale Entwicklungen heute in Bildern zeigen. Klimawandel, technologische Infrastruktur und politische Konflikte bilden dabei einen gemeinsamen Hintergrund. Drenkwitz arbeitet mit fotografischem Material, Screenshots, Satellitenbildern und historischen Druckverfahren. Digitale Werkzeuge und generative KI sind Teil dieses Prozesses. Gleichzeitig reflektieren die Arbeiten die Bedingungen, unter denen Bilder heute entstehen und betrachtet werden.

Ein Ausgangspunkt vieler Werke sind Bilder realer Ereignisse. In der Serie Roter Regen greift Drenkwitz auf Medienbilder der Waldbrände des Sommers 2022 zurück. Löschflugzeuge werfen rot eingefärbtes Löschmittel über brennenden Landschaften ab. Aus winzigen Bildausschnitten dieser Aufnahmen entstehen durch wiederholte KI-gestützte Vergrößerung neue Bildflächen. Die ursprüngliche Szene löst sich auf. Zurück bleiben großformatige Bilder, die zwischen Dokumentation und malerisch wirkender Bildkraft stehen.

Auch andere Arbeiten der Ausstellung bewegen sich zwischen realem Ereignis, technischer Vermittlung und künstlerischer Transformation. Satellitenbilder von Hurricanes werden in Eye of the Storm so übereinandergelegt, dass sich im Zentrum ein ruhiger Punkt bildet. Fotografien erhobener Fäuste aus Protestbewegungen verschiedener Jahrzehnte verschmelzen in Raised Fist zu einem gemeinsamen Bild des Widerstands.

Zugleich richtet sich der Blick auf die technischen Systeme, die diese Bildproduktion überhaupt ermöglichen. Artificial Light beschäftigt sich mit Rechenzentren, deren Energiebedarf durch den Einsatz von KI stetig wächst. Drenkwitz untersucht dort die Übergänge zwischen natürlichem und künstlichem Licht. Auch diese Lichtphänomene werden wiederum digital interpretiert und in neue Bilder überführt.

Neben diesen digitalen Prozessen stehen Arbeiten, die stärker mit physischem Material arbeiten. Die Cyanotypien der Werkgruppe Gletscher entstehen durch einen direkten physikalischen Prozess. Drenkwitz friert Schmelzwasser eines Gletschers zu einem Eisblock und legt diesen auf lichtempfindliches Cyanotypie-Papier. Das Sonnenlicht belichtet das Papier, während das schmelzende Eis den Prozess allmählich unterbricht. Dabei hinterlässt die Struktur des Eises sichtbare Spuren im Bild. So verbindet die Arbeit einen historischen fotografischen Prozess mit einem Material, das selbst Teil eines klimatischen Wandels ist.

Past and Future Forest führt diesen Ansatz in größerem Maßstab weiter. Die großformatigen Cyanotypien zeigen abgestorbene Bäume. Windwurf, Brände, Insektenbefall und Dürre setzen europäischen Wäldern zunehmend zu. Durch die Übertragung in Cyanotypien hält Drenkwitz die Erscheinung dieser Bäume fest. Die Bilder sind fotografische Spuren eines Waldes im Wandel.

Die Ausstellung Red Rain verbindet diese unterschiedlichen Ansätze. Dokumentarische Bilder, digitale Bearbeitung und chemische Druckverfahren greifen ineinander. Die Arbeiten zeigen Naturereignisse, politische Gesten und technische Infrastrukturen. Gleichzeitig stellen sie die Frage, wie solche Ereignisse heute überhaupt sichtbar werden und welche Rolle Bilder dabei spielen.

Galerie Heike Strelow
Lange Str. 31
60311 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten
Mi – Fr 12 – 18 Uhr
Sa 12 – 15 Uhr

E. info@galerieheikestrelow.de
Mehr erfahren

Zurück
Zurück
17. April

Hans Ticha

Weiter
Weiter
22. April

Ostdeutsche Kunstlandschaften