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Joschua Yesni Arnaut


  • Galerie 3AP 76 Brückenstraße Frankfurt am Main, HE, 60594 Deutschland (Karte)

Joschua Yesni Arnaut

26.04.2026 – 13.06.2026
ungerne
Galerie 3AP

Manche Ausstellungen behaupten Klarheit. „ungerne“ tut das nicht. Der Titel selbst setzt einen Widerstand: Was abgelehnt wird, bleibt zugleich wirksam. Die erste Einzelausstellung von Joschua Yesni Arnaut in der Galerie 3AP kreist um Zustände zwischen innerer Aufmerksamkeit und äußerer Zuschreibung. Immer wieder treten andere Handschriften hinzu. Autorenschaft verschiebt sich, wird durchlässig, ohne sich aufzulösen. Die Arbeiten entstehen aus einem Interesse an Übergängen: zwischen Empfindung und Struktur, zwischen individueller Erfahrung und sozialen Ordnungen. Der Ausstellungsraum, der neben dem Galerieraum einen ehemaligen Bunker einschließt, ist dabei nicht neutral. Er rahmt die Arbeiten als Verdichtung, als eine Situation, in der sich Resonanz und Druck gleichermaßen entfalten.
Precious Pressure (2026) ist eine lebensgroße Transformation des Stethoskops. Das Instrument, das üblicherweise der Diagnose dient, wird hier zu einer Form der Selbstadressierung. Arnaut greift das wiederkehrende Lauschen auf innere Prozesse auf – ein Suchen nach Signalen, das nicht immer zu klaren Ergebnissen führt. Die eingeschriebenen Worte „precious“ und „pressure“ verweisen auf eine Spannung, die sich nicht auflösen lässt: zwischen Sensibilität und Belastung, zwischen Bedeutung und Unsicherheit.
Mit „Elitäre Kreise“ (2026) verschiebt sich diese Fragestellung in den sozialen Raum. Die überdimensionale Schallplatte zitiert ein Objekt kultureller Zugehörigkeit, ohne es zu bestätigen. Die unregelmäßig eingeritzten Rillen unterlaufen die Idee technischer Perfektion und verweisen auf Differenz, Abweichung und Widerstand. Die Arbeit stellt Fragen nach Zirkulation und Teilhabe: Wer bewegt sich innerhalb solcher Kreise und unter welchen Bedingungen?
Weitere Arbeiten führen diese Linien fort. In der Malerei „maybe i am just like my father“ wird ein Zitat von Prince in eine visuelle Sprache überführt, die zwischen Pathos und kultureller Codierung oszilliert. Gitarrenobjekte aus unterschiedlichen Hölzern erscheinen als Träger eines möglichen Klangs, der unausgeführt bleibt. Eine fotografische Arbeit zeigt eine Figur in einer ambivalenten Geste zwischen Nähe und Druck, Zuwendung und Begrenzung.
In der Ausstellung lassen sich zudem Bezüge zu gegenwärtigen subkulturellen Diskursen lesen, wie sie etwa in Tonight It‘s a World We Bury Black Metal formuliert werden: Fragen nach Authentizität, Abgrenzung und der Aneignung kultureller Zeichen. Arnauts Arbeiten greifen diese Motive nicht illustrativ auf, sondern verschieben sie in einen offeneren Zusammenhang, in dem Zugehörigkeit ebenso verhandelbar wird wie deren Bedingungen.

Öffnungszeiten: Di + Do 16-19 Uhr & täglich nach Vereinbarung
Kuratiert von Aileen Treusch. Zur Ausstellung erscheint ein Text von Alex Leo Freier.

Credit:
Exhibition view »ungerne« – Joschua Yesni Arnaut. Courtesy: the artist and Galerie 3AP, Frankfurt am Main.

Galerie 3AP
Brückenstraße 76
60594 Frankfurt am Main
mail@galerie-3ap.de

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