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Alain Clément


  • Bode Galerie Pop Up 30 Kaiserstraße Frankfurt am Main, HE, 60311 Deutschland (Karte)

Alain Clément

25.04.2026 - 30.05.2026
Corps de la Ligne – Oeuvres sur papier
Bode Galerie

In der Ausstellung Corps de la ligne entfaltet Alain Clément ein vielschichtiges Zusammenspiel von Linie, Farbe und Fläche, in dem das Medium Papier nicht nur Träger, sondern aktiver Resonanzraum wird. Die gezeigten Arbeiten verstehen die Linie nicht als bloßes Konturmittel, sondern als körperhafte Erscheinung, die sich ausdehnt, verdichtet und in ein dynamisches Verhältnis zur Fläche tritt.
Die bewusste Konzentration auf Papierarbeiten lenkt den Blick auf einen Bereich von Cléments Praxis, in dem sich die Unmittelbarkeit seines künstlerischen Denkens besonders deutlich zeigt. Anders als in der Malerei bietet das Papier kaum Raum für Korrektur oder Überarbeitung: Setzungen bleiben sichtbar, Entscheidungen sind irreversibel. In dieser Direktheit wird der zeichnerische Prozess selbst erfahrbar als Folge von Gesten, die sich ohne Umweg auf der Oberfläche manifestieren.
Auf den ersten Blick erscheinen Cléments Kompositionen von einer klaren formalen Strenge geprägt. Doch diese Ordnung wird durch organische, wiederkehrende Formationen durchzogen, die sich einer rein abstrakten Lesart entziehen. In ihnen klingen florale, vegetabile oder auch körperhafte Assoziationen an, als würden Fragmente einer natürlichen oder sinnlichen Welt in der Struktur der Zeichnung nachwirken.
Diese Ambivalenz zwischen Konstruktion und Organik ist zentral für Cléments künstlerische Praxis. Seine Arbeiten entstehen aus einer intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte der Malerei und ihren Fragestellungen, insbesondere dem Verhältnis von Fläche und Raum. Indem er Farbe konsequent zweidimensional aufträgt und auf klassische Mittel der Perspektive verzichtet, verschiebt er die Bedingungen räumlicher Wahrnehmung. 
Tiefe entsteht nicht durch Illusion, sondern durch Überlagerung, Verdichtung und rhythmische Staffelung der Formen.
Gerade im Medium Papier wird diese Suche nach einem „Körper der Linie“ besonders greifbar. Die Oberfläche fungiert als sensible Membran, auf der sich Bewegung, Druck und Setzung unmittelbar abzeichnen. Linien liegen nicht einfach auf der Fläche, sondern scheinen sich in sie einzusenken oder aus ihr hervorzutreten. So entsteht eine dichte Nähe zwischen Geste und Träger, in der die Zeichnung nicht nur sichtbar wird, sondern eine fast körperliche Qualität annimmt.
Farbe tritt dabei als eigenständiger Akteur auf. Ihre Leuchtkraft verstärkt die räumliche Wirkung der flächigen Kompositionen und trägt zugleich zur sinnlichen Aufladung der Formen bei.
Wiederholung und Variation fungieren als strukturierende Prinzipien, die ein offenes Gefüge hervorbringen, ohne es auf eine stabile Ordnung festzulegen.
Corps de la ligne hebt einen zentralen Aspekt in Cléments Papierarbeiten hervor: die Unmittelbarkeit seines zeichnerischen Denkens. Die Ausstellung macht erfahrbar, wie sich Linie hier nicht als vorbereitendes Element, sondern als eigenständige Setzung behauptet – direkt, irreversibel und in enger Bindung an das Material.

Vernissage am 25.04.26 um 19 Uhr im Kunstsalon der Bode Galerie (Gutleutstraße 16, 60329 Frankfurt)

Bode Galerie Offspace
30 Kaiserstraße
Frankfurt am Main 60311

Bode Galerie Kunstsalon
Gutleutstraße 16
60327 Frankfurt am Main

T. 069 711 692 00
T. 017 327 808 14

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