Experimentelle Materialität und Malerei

 

Individuelle Drucktechnik: Der Künstler Hendrik Zimmer beim Anlegen der Farbholzschnitte in seinem Frankfurter Atelier.

 
 

Innovative Materialverarbeitung

Zum 32. Saisonstart stehen insbesondere Ausstellungen im Fokus, die sich durch individuelle künstlerische Prozesse und innovative Materialbearbeitungen auszeichnen. Materialien wie Zink, Sand und Aluminium, aber auch Klänge, treffen dabei auf vielfältige Techniken wie Schichtungen, Radierungen und Druckverfahren.

Bei Common Dispositions in der Galerie Heike Strelow überträgt der Frankfurter Künstler Hendrik Zimmer seine seit Jahrzehnten perfektionierten Farbholzschnitte von der Leinwand auch auf Teppichknüpfarbeiten und Kirchenglasfenster. Ein verwandtes Verfahren kommt in der Schau Hast du mich vermisst? zum Einsatz: Mit Linolschnitt, Harz und pigmentierten Oberflächen erzeugt die Leipziger Künstlerin Anya Triestram bei der Galerie Leuenroth ein vielschichtiges Gefüge aus wiederkehrenden Komponenten und variierenden Farbräumen. Der Nordire Mark Francis übersetzt in der Ausstellung Chroma bei Bernhard Knaus Fine Art optisch-synästhetische Wahrnehmungen von Frequenzen, Tönen und Resonanzen auf großformatige Leinwände.

 
 
 

Materialwelten zwischen Natur und Kunst

Für seine abstrakten Naturbildnisse bedient sich der Mailänder Künstler Giovanni Frangi in der Galerie Raphael der historischen Drucktechnik der Aquatinta-Radierungen auf Zink. Sand und Edelkorund wählt hingegen Peter Böhnisch als Ausgangsmaterial: Aus Pigmenten auf MDF kreiert er verführerische, rätselhafte Szenen und Portraits, die bei Galerie Monica Ruppert mit den multimedialen Arbeiten der Frankfurter Video- und Bühnenkünstlerin Milica Giacomelli korrespondieren. Ganz auf Naturmaterialien besinnt sich die niederländische Künstlerin Hilde Trip: Bei Schlieder Contemporary verwandelt sie botanische Fragmente und Pfauenfedern in meditative Materialgefüge. Zwischen Botanik, Architektur, Zeichnung und Malerei bewegen sich schließlich die Arbeiten von Simon Halfmeyer, die aus farbig gefassten Aluminiumobjekten entstehen und bei Arte Giani im Westend zu sehen sind.

 
 
 
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Fotografie und jüngere deutsche Kunstgeschichte