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Wolfgang Oppermann


  • Galerie Hanna Bekker von Rath 12 Braubachstraße Frankfurt am Main, Hessen, 60311 Deutschland (Karte)

Les étoiles de la peinture

04.09.2026 - 15.10.2026
Wolfgang Oppermann
Galerie Hanna Bekker vom Rath

Die Galerie zeigt Werke von Wolfgang Oppermann, der lange an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg lehrte. Seit den 1970er Jahren verdichtete er Begriffe, Codes und Rituale der Kunst zu reduzierten Bildzeichen, die die Sprache des Kunstsystems ebenso präzise wie spielerisch-ironisch beleuchten.
Die Ausstellung findet in Kooperation mit saasfee*pavillon statt, wo zur gleichen Zeit das Werk von Anna Oppermann (1940−1993) zu sehen sein wird.

Wolfgang Oppermann, 1937 in Hamburg geboren und dort 2001 verstorben, entwickelte seit den 1960er Jahren eine unverwechselbare Bildsprache, in der menschliche Figuren mit geometrischen, technischen und typografischen Elementen kombiniert werden. Konsumkritik und Kunstbetriebskritik sind durchgehende Themen seines Œuvres. In seinen späteren aufwendigen Siebdruckarbeiten – „Bilder ohne Pinsel“, die in vielschichtigen Druckprozessen direkt auf Leinwand entstanden sind – unterlief er zugleich traditionelle Vorstellungen von Malerei.

Oppermanns künstlerisches Werk umfasst Druckgrafik, Gemälde, Objektkunst, Installation, Sound und Film. Die Galerie zeigt aus seinem reichen Nachlass frühe grafische Arbeiten, Collagen, kinetische Objekte, Filme sowie Beispiele aus der Serie kleinformatiger Gemälde der 1990er Jahre. Die Werkauswahl will verdeutlichen, wie sich Oppermann zwischen Pop-Art und Konzeptkunst positionierte; bemerkenswert sind dabei Anknüpfungspunkte an die damals zeitaktuelle Idee der Serialität, seine Vorliebe für Zitate und Paraphrasen aus der Populärkultur, Kunstgeschichte und Gegenwartskunst, seine vom Experimentalfilm inspirierten kinetischen Objekte und seine intensiven Studien bestimmter Gesten und Körperhaltungen.

Hier richtet sich der Blick auf die Gebärde verschränkter Arme. Kombiniert mit einem doppelten Knoten hatte Bruce Nauman mit „Untitled“ 1967 eine Assemblage aus Wachs und Seilen gefertigt (heute Daros Collection, Schweiz). Diese inspirierte „Wopp“, wie Oppermann genannt wurde, vielfach: von einer Hommage an das eben genannte US-amerikanische Vorbild bis zur Superman-Figur aus dem Comic und einem Selbstporträt. Die markante Geste ist mehr als nur eine isolierte grafische Form: Sie verkörpert eine Haltung angesichts der Notwendigkeit von Selbstbewusstsein und Resilienz in der oft prekären Künstlerexistenz. Als Mitbegründer der CO-OP Künstlercooperative Hamburg, die sich 1968 formierte, war Oppermann Teil einer Generation, die den Kunstbetrieb kritisch reflektierte. Wopp thematisierte wiederholt das Künstlerdasein und die Marktbedingungen der Kunstproduktion auf satirisch-humoristische Weise. Manche Motive ähneln Cartoons mit pointierten kurzen Texten. So treffen ein Picasso-Doppelgänger und die Sängerin Marya Delvard, Mitbegründerin der Münchener Experimentierbühne „Elf Scharfrichter“ (1901−1904), wie sie von deren Mitglied, dem Künstler und Simplicissimus-Grafiker Thomas Theodor Heine (1867-1948) für ein Programmheft dargestellt worden ist, aufeinander. Der kahlköpfige Mann sagt zu der gestreng dreinblickenden Dame: “I don’t want to do art – I want to be happy.”

Kontakt:
Anja Döbritz-Berti
kontakt@galeriehannabekkervomrath.de

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